|  | 15.02.2008
Tarifa – Tanger . A journey to 2 continents - Part1
Wieder einmal Tarifa, als ob es die Flugpläne nicht anders ermöglichen würden, führt unser Weg auf die Kanaren jedes Jahr über Tarifa, dem südlichsten und sicherlich einem der windigsten Plätze Kontinental Europas.
 Text & Fotos: Tom Brendt www.tom-brendt.de Nicht nur die absolute Windsicherheit, ideal für Starkwindliebende Windsurfer bei Levante, der starken Luftströmung vom Mittelmeer aus Richtung Atlantik und für Kitesurfer bei Poniente, dem Wind, der genau aus umgekehrter Richtung vom Atlantik aus durch die Straße von Gibraltar aufs Mittelmeer weht, sondern auch das unglaubliche, fast magische Ambiente, das immer noch idyllische Städtchen, welches im Jahre 710 nach dem Berber Tarif Ben Malik benannt wurde und täglich atemberaubende Sonnenuntergänge sind ebenfalls Gründe für die ständige Wiederkehr zur südlichsten Stadt Kontinental Europas. Doch etwas sollte anders sein in diesem Jahr. Nachdem uns in den vergangenen Jahren der Levante bereits auf unserer Fahrt vom Flughafen Malaga Richtung Süden erwartete und die Fahrt spätestens ab den letzten Hügeln vor den Toren Tarifas erheblich erschwerte, wartete diesmal strahlender Sonnenschein und nicht der leiseste Hauch Wind auf unser, mal wieder mit zahlreichen Boardbags bepacktes, Gefährt. Da die Wettervorhersage bereits vor der Abreise aus Deutschland ähnliches prophezeite, ließen wir unseren Transfer nach der Ankunft in Südspanien etwas gemächlicher angehen und genossen zum ersten Mal das Ambiente der Stadt Pablo Picassos und zweitgrößten Stadt Andalusiens, Malaga, die Durchfahrt durch Marbella mit dem riesigen Yachthafen, dem Blick auf den Felsen von Gibraltar von der Hafenstadt Algeciras aus und den gigantischen Ausblick auf den Berg Djebel Musa, eine der Säulen des Herkules, wie der Berg, den man auf dem Weg zwischen Algeciras und Tarifa an der gegenüberliegenden Marokkanischen Küste entdecken kann, benannt wurde.  Bei starkem Levante wird einem dieser Ausblick durch das dunstige Wetter verwehrt, aber die extrem klare Fernsicht verriet uns bereits vor der endgültigen Ankunft in Tarifa, das die Wetter und Windvorhersage leider Recht behalten sollte und wir wahrscheinlich nicht zum letzten Mal diesen Ausblick genießen würden, was den Tarifeños sicherlich entgegenkommen würde. Während Windsurfer in Jubelschreie ausbrechen, wenn die ersten Anzeichen des Levante mit dunstigem Wetter, klappernden Fenstern und Türen und fliegendem Staub und Sand zu hören und sehen sind, freuen sich die Einwohner Tarifas und deren Küste nicht unbedingt über den Wind, der ihnen das Leben immer wieder aufs Neue erschwert, während der Poniente zuständig für klarstes Wetter und etwas kühlere Temperaturen ist und die gesamte Küste immer wieder in ein atemberaubendes warmes Sonnenuntergangslicht taucht und teilweise mystische Lichtstimmungen verursacht. Wir allerdings würden lieber früher als später die Thunfisch Fischer, welche bei Poniente Tonnenweise Fisch an Land bringen, auf dem Wasser ablösen und dann auch hoffentlich mit den kleinsten Segeln. Nachdem uns der Levante in den Vorjahren in den Monaten Mai und Juni stets mit ausreichend Luftbewegung beglückte, kam es diesmal wie es irgendwann auch in Tarifa einmal kommen musste. Die europäische Großwetterlage arbeitete kontinuierlich gegen das Entstehen des extremen Mittelmeerwindes, welcher erst auf der Atlantik Seite Tarifas volle Kraft entfaltet.  Würden Windtänze oder eventuelle Windopfer dabei helfen, wenigstens etwas Wind für unser „Improve your Skills“ Windsurf Event am Planet Windsurf Center in Bolonia, dem zweiten seiner Art, zu bekommen ? Schließlich war auch der aktuelle Freestyle Weltmeister Gollito Estredo eigens zu diesem Event angereist und löste ohne überhaupt auf dem Wasser gewesen zu sein eine Art Hype aus. Glücklicherweise konnten die Tanzschuhe im Boardbag bleiben und eventuelle Windopfer blieben verschont, denn genau zum ersten Event Tag erbarmte sich der Levante, wehte an den ersten beiden Tagen mit idealer Stärke zum Einfahren und Eingewöhnen, um schließlich für ein paar Tage zu beweisen, weshalb die Tarifeños diesen Wind als sehr ungemütlich bezeichnen. Gollito konnte diese Meinung nicht teilen und nach seinen täglichen Shows in Bolonia und an der Düne bei Tarifa, liefen die Rechner der spanischen Internet Foren heiß und der erst 18jährige Venezuelaner wird seither als Ronaldinho des Windsurfens bezeichnet. Nach nur fünf Tagen war diese sehr kurze Levante Periode wieder beendet, ließ aber wenigstens einen netten Swell zurück. El Palmar, der kleine Küstenort gleich neben dem Windsurf Wellen Top Spot Caneos de Meca gelegen, wartete mit ungewöhnlich langen und sauberen Wellen auf, die zu extrem ausgiebigen Wellenreitsessions luden. Glücklicherweise funktionierte auch der Spot Balneario, der Stadtstrand Tarifas, auf Höhe der Militärzone und Halbinsel „Las Palomas“, an welchem man unglaubliche Abendsessions mit tollem Ambiente erleben kann und zusätzlich blieb uns die tägliche, einstündige Fahrt von Tarifa nach El Palmar erspart. 
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